Auf Spurensuche in der Experimentierküche
Eine 3. Klasse der Neubergschule Neckarsulm erlebt in der experimenta, wie Lernen anders geht. Aus der „Bäckerei für die Sinne“ nehmen die Kinder weit mehr mit als ihr selbst gemachtes Gebäck.
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Sparen, versichern, absichern: Das Haus der Familie bietet eine Vortragsreihe zum Thema Finanzen an. Die Zielgruppe: Frauen. Warum es klug ist, das Thema Geld auf die Agenda zu heben.
Milchbrei oder schon Gemüse? Plastikspielzeug oder Holz? Kita oder Tagesmutter? Viele junge Eltern zerbrechen sich den Kopf, wie der Nachwuchs möglichst gesund und behütet aufwächst. Einer von beiden, meist die Mutter, reduziert in der Regel die Arbeitszeit, um das Kind bestmöglich zu betreuen. Das Einkommen sinkt, die späteren Rentenansprüche ebenfalls, die Kosten steigen. Und obwohl das so ist, bleibt ein Thema in den Familien oft im Abseits: die Finanzplanung. „Eltern kümmern sich um Ernährung, Erziehung, Betreuung und Schule. Aber Finanzen und Absicherung werden häufig vernachlässigt“, berichtet die unabhängige Finanzberaterin Annika Peters. Zum Nachteil insbesondere für Frauen, die durch die Erziehung der Kinder oft finanzielle Einbußen in Kauf nehmen.
Die knapp 40 Frauen, die der Geschäftsführerin der FrauenFinanzBeratung mit Sitz in Stuttgart an diesem Mittwochabend zuhören, wollen es besser machen. Sie haben sich beim Haus der Familie Heilbronn zum Online-Vortrag „Familie – und jetzt? Finanzielle Absicherung für den Nachwuchs“ angemeldet. Das Haus der Familie, die Frauenbeauftragte der Stadt Heilbronn, der Frauenrat Heilbronn sowie die Agentur für Arbeit haben gemeinsam die sechsteilige Online-Vortragsreihe „Finanzplanung für Frauen“ auf die Beine gestellt. Das Ziel: Frauen ermutigen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und für finanzielle Unabhängigkeit zu sorgen.
Und das Angebot kommt an: Fast 900 Frauen haben bereits an der kostenfreien Vortragsreihe teilgenommen. „Die Finanzbildung ist im Programm des Hauses der Familie schon lange fest verankert. Dabei setzen wir teilweise gezielt Schwerpunkte für Frauen, um deren finanzielle Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Sicherheit zu stärken“, erklärt Fachbereichsleiterin Dr. Sylvia Klinge.
Dr. Sylvia Klinge, Fachbereichsleiterin des Hauses der Familie: „Wir setzen teilweise gezielt Schwerpunkte für Frauen, um deren finanzielle Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Sicherheit zu stärken.“
„Finanzplanung ist Lebensplanung“, betont auch Annika Peters, die mit ihren beiden Co-Geschäftsführerinnen Yvonne Preisach und Dr. Verena Stephan die Vortragsreihe moderiert. Schließlich habe jede Lebensentscheidung finanzielle Auswirkungen – auch die Entscheidung für ein Kind. Das Ziel des heutigen Vortrags: insbesondere Müttern vermitteln, wie sie in Sachen Geldanlage, Vorsorge, Gesundheits- und Unfallschutz vorausschauend planen, um dem Nachwuchs gute Startchancen zu sichern.
Manche Zahlen wirken ernüchternd: Wer hätte gedacht, dass ein Kind bis zur Volljährigkeit im Durchschnitt 148.000 Euro kostet? Diese Kosten kollidieren laut Peters mit der Tatsache, dass viele Frauen in der Familienphase in Teilzeit arbeiten und dadurch weniger Einnahmen erzielen. Gerade für sie sei Finanzplanung aber besonders wichtig.
Wie kann ich meine Familie gegen die Wechselfälle des Lebens absichern? Wie für meine Kinder sparen und Geld anlegen? Und wie schaffe ich es, dass aus dem 500-Euro-Geschenk zur Geburt bis zum 18. Geburtstag des Kindes knapp 9.900 Euro werden? Peters vermittelt an diesem Abend in ihrem anderthalbstündigen Vortrag praktisches Wissen, erklärt das Dreiecksverhältnis zwischen Rendite, Sicherheit und Liquidität bei Geldanlagen, schärft den Blick für Risiken und klärt über unnötige Versicherungen auf. Ihr dringender Rat: „Investieren Sie Geld, um möglichst viel für das Kind herauszuholen!“
Auch die Altersvorsorge kommt in den Vorträgen nicht zu kurz. „Frauen haben im Durchschnitt 930 Euro Rente. Da wird es eng, wenn sie mit ihrem Enkelkind mal ein Eis essen gehen wollen“, veranschaulicht Peters das ewige weibliche Dilemma: Frauen kümmern sich viel um andere, erst um die Kinder und den Haushalt, später dann um die alten Eltern, und vernachlässigen dabei oft sich selbst. „Diese Diskrepanz muss in der Familienfinanzplanung berücksichtigt und die Care-Arbeit finanziell ausgeglichen werden“, fordert Peters.
Dass Frauen in Sachen Geld auf eigenen Beinen stehen sollten, betont auch Katrin von Löwenstein, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Heilbronn. „In unserer täglichen Arbeit erleben wir immer wieder, wie wichtig eine nachhaltige Erwerbsbiografie für die finanzielle Sicherheit ist. Erwerbstätigkeit stärkt die wirtschaftliche Unabhängigkeit, eröffnet berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und bildet die Basis für eine eigenständige Altersvorsorge“, sagt von Löwenstein. Die Vortragsreihe solle Frauen ermutigen, ihre finanzielle Zukunft aktiv zu gestalten.
Das Ziel scheint aufzugehen, einige Teilnehmerinnen sprühen danach vor Tatendrang. „Der Vortrag ,Versicherungsschutz in jeder Lebensphase‘ vor einiger Zeit hat mich veranlasst, die bestehenden Verträge in der Familie zu überarbeiten und anzupassen“, erzählt die dreifache Mutter Annika Kantenwein. Die Ratschläge hat die Diätassistentin interessiert verfolgt – und sich danach mit ihrem Mann zusammengesetzt, um über die Finanzen zu reden.
Die Vortragsreihe war für Kantenwein ein „starker Impuls“, sich in Sachen Versicherungen und Finanzen auf den neusten Stand zu bringen. Und sie hat das auch gleich mehreren befreundeten Frauen empfohlen. „Die Referentinnen haben kurzweilig und mit viel Fachwissen die Vortragszeit gefüllt und viel Wissenswertes weitergegeben“, fasst Kantenwein ihre Erfahrungen zusammen. Diese Zeit am frühen Abend, sie ist für Frauen gut investiert.
Das Haus der Familie ist als gemeinnützige Familienbildungsstätte ein Ort der Bildung, Begegnung, Begleitung und Beratung für die Stadt und den Landkreis Heilbronn. Nach dem Motto „auf den Anfang kommt es an“ liegt der Schwerpunkt auf dem guten Start ins Leben und der Unterstützung von Familien. So bietet das Haus der Familie pro Jahr rund 1.000 Kurse mit 15.000 Teilnehmenden an. Sie reichen von der Geburtsvorbereitung über die Begleitung in den ersten Lebensjahren und Projekte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zum Beispiel die betriebliche Ferienbetreuung, bis hin zu Angeboten für Familien in besonderen Lebenslagen. Darüber hinaus macht sich das Haus der Familie für die finanzielle Bildung von Familien stark, etwa über ihr Angebot der gebührenfreien Vortragsreihe „Finanzplanung für Frauen“.
Künftig will das Haus der Familie die Zielgruppe zweimal jährlich wechseln: Mal werden Frauen angesprochen, mal richtet sich der Blick auf die ganze Familie. Hier lernen Eltern dann beispielsweise, wie sie dem Nachwuchs einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld vermitteln. Neben klassischen Finanzthemen stehen aber auch rechtliche Fragen zu finanziellen Leistungen und Ansprüchen von Eltern im Fokus.
Finanziert wird das Haus der Familie insbesondere von der Dieter Schwarz Stiftung sowie über Kursgebühren und Projektgelder.
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