Auf Spurensuche in der Experimentierküche
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In Heilbronn werden Neugeborene auf besondere Weise willkommen geheißen. Doch was steckt hinter dem freundlichen Besuch der Baby-Botschafterinnen? Sophia Mayer vom Haus der Familie erklärt.
In Heilbronn überbringen Baby-Botschafterinnen Familien mit Neugeborenen persönlich einen Willkommensgruß. Was ist die Idee dahinter?
Sophia Mayer: Heilbronn möchte seinen Familien eine gute Willkommenskultur bieten. Dazu gehört, sie zu unterstützen und zu stärken. Wir, das Haus der Familie, haben ein Konzept für Willkommensbesuche entwickelt, das in puncto Angebote und Netzwerke auf unsere Stadt zugeschnitten ist. Es ist angelehnt an das „Aktionsprogramm Familienbesucher“ in Baden-Württemberg. So entstand das Programm „Willkommen in Heilbronn – Baby, Besuch für dich!“ in Kooperation mit der Stadt Heilbronn. Wir organisieren und koordinieren dabei die Familienbesuche, schulen die Baby-Botschafterinnen und sind im Austausch mit dem Netzwerk der frühen Hilfen zur Vermittlung der Informationen und Angebote. Dadurch werden die Eltern möglichst früh und niederschwellig an Familienangebote herangeführt. Es ist ein präventiver Ansatz, der Eltern dabei unterstützen soll, ihrem Baby einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.
Wie läuft solch ein Besuch genau ab?
Mayer: Die Familien erhalten einen schriftlichen Terminvorschlag. Wenn sie nicht absagen, kommen die Baby-Botschafterinnen an diesem Tag zu ihnen nach Hause. Diese überreichen den Eltern zuerst das Willkommensgeschenk: ein Baby-Kapuzenhandtuch sowie viele nützliche Informationen für Familien. Dann fragen sie die Eltern und insbesondere die Mütter, wie es ihnen geht und ob sie Unterstützung benötigen. Im Gespräch ergibt es sich oft, dass die Baby-Botschafterinnen auf individuelle Themen eingehen beziehungsweise zielgerichtet Infomaterial geben können, etwa zur offenen Hebammensprechstunde. Unsere fünf Baby-Botschafterinnen sind offene und empathische Personen, die auch Verständnis dafür haben, wenn in der Wohnung zum Beispiel etwas Unordnung herrscht. Außerdem sprechen sie insgesamt elf Sprachen, wodurch wir Sprachbarrieren abbauen können. So entsteht in der Regel ein toller Austausch.
Wie kommt das Angebot bei den Familien an?
Mayer: Die meisten Familien freuen sich auf die Besuche und sind sehr aufgeschlossen, wirklich weggeschickt wird kaum eine Baby-Botschafterin. Im Jahr 2023 haben wir eine externe Evaluation der Willkommensbesuche zur Erfahrung und Zufriedenheit der Eltern in Auftrag gegeben. Darin bewerteten 95 Prozent der Familien den Besuch als „hilfreich“, „gut“ oder „sehr gut“. Wenn Eltern wissen, welche Anlaufstellen sie aufsuchen und welche Angebote sie nutzen können, profitiert von dem Besuch die ganze Familie. Wenn es den Eltern gut geht, geht es den Kindern meist auch gut. Und das wollen wir mit unserem Angebot erreichen.
Das Haus der Familie ist als gemeinnützige Familienbildungsstätte ein Ort der Bildung, Begegnung, Begleitung und Beratung für die Stadt und den Landkreis Heilbronn. Nach dem Motto „auf den Anfang kommt es an“ liegt der Schwerpunkt auf dem guten Start ins Leben und der Unterstützung von Familien. So bietet das Haus der Familie pro Jahr rund 1.000 Kurse mit 15.000 Teilnehmenden an. Sie reichen von der Geburtsvorbereitung über die Begleitung in den ersten Lebensjahren, Projekte zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie etwa die betriebliche Ferienbetreuung bis hin zu Angeboten für Familien in besonderen Lebenslagen. Darüber hinaus besuchen fünf Baby-Botschafterinnen jährlich rund 900 Heilbronner Familien, das sind über 70 Prozent der jährlich gemeldeten Familien mit Neugeborenen. Finanziert wird das Haus der Familie insbesondere von der Dieter Schwarz Stiftung sowie über Kursgebühren und Projektgelder.
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