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Sie treffen sich jede Woche. Sie, das sind rund 20 Expertinnen und Experten aus Kliniken und Arztpraxen in Baden-Württemberg. Sie arbeiten in der Genetik, Molekularbiologie, Onkologie, Pathologie oder Radiologie, um nur einige zu nennen. Ihre Treffen finden online statt, im virtuellen Tumorboard VITU, einer digitalen Plattform des Heilbronner MOLIT Instituts für personalisierte Medizin.
Und dabei stehen stets die im Mittelpunkt, die selbst gar nicht dabei sind: Krebspatientinnen und -patienten, deren Fälle in dieser Runde besprochen werden. Mit dem Ziel, für jede und jeden einzelnen von ihnen die bestmögliche Therapie zu entwickeln. „Hundert Jahre haben wir bei der Therapieentwicklung in Kohorten gedacht und damit vielleicht 80 Prozent der Bevölkerung erreicht“, erklärt Christian Fegeler, der als Professor für Medizinische Informatik an der Hochschule Heilbronn lehrt. „Jetzt konzentrieren wir uns auf das Individuum.“ Dieser Ansatz der personalisierten Medizin, auch Präzisionsmedizin genannt, ist in der Geschichte der Medizin ein Paradigmenwechsel.
Das MOLIT gibt es seit 2017. Gegründet wurde es von dem Mediziner und IT-Experten Prof. Dr. Christian Fegeler und dem Onkologen Prof. Dr. Dr. Uwe Martens von den Heilbronner SLK-Kliniken. Beide stehen dem Institut, dessen Name sich aus „molekular“ und „IT“ ableitet, bis heute als Geschäftsführer vor.