Wäre es nicht besser, wenn KI der Logik von Menschen folgen könnte?
El-Assady: Es geht um eine Art gegenseitiges Lernen. In einem nächsten Schritt wollen wir KI-Modellen beibringen, wie Menschen entscheiden würden. Dabei lernen sie durch menschliches Feedback, ob sie Aufgaben und Fragen richtig verstanden und umgesetzt haben. Andererseits arbeiten wir im Austausch mit Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen heraus, wie man idealerweise bestimmte Fragestellungen für die KI formuliert, um zu validen Ergebnissen zu kommen. Wir arbeiten daran, Unternehmen – oder auch einzelnen Menschen – zu ermöglichen, dass sie KI-Modelle auf ihre Bedürfnisse adaptieren. Zentral ist dabei die Frage, was von der KI erwartet wird: umfassende Antworten oder eher Vorschläge und Anregungen.
Wann liefert KI umfassende Antworten, wann Vorschläge?
El-Assady: Wir unterscheiden in unseren sogenannten Guidance-Modellen zwischen Orienting, Directing und Prescribing. Beim Orienting offeriert die KI verschiedene Optionen, ohne zu sagen, was richtig oder was falsch ist. Beim Directing gibt es Rankings, je nach Wahrscheinlichkeit, während die KI beim Prescribing genau eine Antwort liefert.
Sie rücken den Menschen in den Mittelpunkt. Was können nächste Schritte für ein besseres Miteinander sein?
El-Assady: Wir haben beispielsweise einen Prototyp gebaut, mit dem wir erkunden, wie wir die Interaktion und das Vertrauen verbessern können. Ein zentrales Element ist die interaktive Erklärbarkeit: Wer auf einen vom System generierten Vorschlag klickt, erfährt, wie die KI zu dieser Antwort gekommen ist. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist der Umgang mit Unsicherheit: Wir versuchen herauszufinden, was passiert, wenn die KI nicht genügend Informationen für eine schlüssige Antwort findet. Anstatt zu spekulieren, spielt die KI die Frage an die Fragestellenden zurück. Technisch ist das alles möglich.