Eine Frage der Kompetenzen
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Forschende der Fraunhofer HNFIZ haben einen Transformationsindex entwickelt. Zugrunde liegen ihm Studienergebnisse aus 35 Jahren. Unternehmen können damit prüfen, wie zukunftsfähig sie sind.
Stillstand ist Rückschritt – eine Binsenweisheit, die heute wahrer ist als je zuvor. Die Welt verändert sich immer dynamischer, Unternehmen müssen sich ständig an technologische und gesellschaftliche Entwicklungen anpassen. Wie das gelingen kann, zeigt der neue Fraunhofer-Transformationsindex. Mit ihm können Unternehmen ein Stärken- und Schwächenprofil erstellen und die eigene Wandlungsfähigkeit bewerten.
Entwickelt wurde der Index am Forschungs- und Innovationszentrum für Transformation & Governance der Fraunhofer HNFIZ in Heilbronn. Das Team um Moritz Maier hat dazu mehr als 250.000 wissenschaftliche Publikationen aus 35 Jahren einschlägiger Forschungsarbeit analysiert und in Kennzahlen überführt. Das Ergebnis sind 31 Faktoren, die Veränderungsprozesse beeinflussen. Dazu gehören etwa die Unterstützung von Diversität und unterschiedlicher Perspektiven im Management oder die systematische Förderung von Innovationsideen aus der Belegschaft.
Die ermittelten Faktoren münden im sogenannten FORTE-Modell: Führung und Governance, Organisationskultur und Zusammenarbeit, Ressourcen und geistiges Eigentum, Technologie und Daten sowie Ecosystems und Markt. Auf Basis von FORTE (aus dem Italienischen für „stark“) entwickelten die Forschenden den Fraunhofer-Transformationsindex.
Im Anschluss haben Maier und seine Kolleginnen und Kollegen ihre Ergebnisse einem Realitätscheck unterzogen. Sie befragten 67 Unternehmen, die bereits eine erfolgreiche Transformation durchlaufen haben, nach ihren Erfahrungen. Demnach müsse vieles zusammenspielen, damit Change-Prozesse erfolgreich laufen, bestätigten viele Teilnehmende in den Interviews. Auf Basis der Gespräche bildeten die Forschenden einen Benchmark, mit dem Unternehmen ihr Abschneiden im Index vergleichen können.
Zusätzlich interviewte das Team in Zusammenarbeit mit dem Umfrageinstitut Forsa 500 Unternehmen rund um das Thema Transformation. Die Interviews zeigten, dass rund zwei von fünf Unternehmen keine Vision für ihren eigenen Wandel haben. „Das ist natürlich ein Problem“, sagt Moritz Maier. „Schließlich ist die Vision der Startpunkt für eine erfolgreiche Transformation und deshalb so wichtig.“ Ebenso alarmierend sei, dass nur jedes zweite Unternehmen mit Hochschulen, Start-ups oder anderen Firmen kooperiere. Maier: „Für neue Ideen braucht es den Blick von außen, etwa im Rahmen von Partnerschaften.“
In der Publikation „Transformation wirksam steuern: Daten und Instrumente für die Transformationsfähigkeit von Organisationen“ finden Unternehmen ausführliche Informationen zum Transformationsindex. Firmen, die diesen testen möchten, können sich an das Fraunhofer-Team des Forschungs- und Innovationszentrums für Transformation & Governance wenden. Die Beratung umfasst ein Vorgespräch und einen Workshop, bei dem die Daten erhoben und die Ergebnisse eingeordnet werden.
In den Fraunhofer Heilbronn Forschungs- und Innovationszentren HNFIZ bündeln acht Fraunhofer-Institute ihre Kompetenzen in insgesamt neun Forschungs- und Innovationszentren; mit dem Ziel, Lösungen für zentrale Herausforderungen der Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Eines dieser Zentren ist das Forschungs- und Innovationszentrum für Transformation & Governance, das vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie dem Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB betrieben wird.
Seit 2019 werden die Forschungsarbeiten in Heilbronn maßgeblich von der Dieter Schwarz Stiftung gefördert, die finanzielle Mittel sowie Büro- und Laborflächen zur Verfügung stellt. Durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, Hochschulen und öffentlichen Akteuren sollen Forschungsergebnisse schneller in die Praxis gebracht und wirtschaftlich verwertet werden.
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