Simulation in Echtzeit
Heilbronn hat – wie viele andere Städte und Kommunen in Deutschland auch – mit alternden Infrastrukturen zu kämpfen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) schätzt, dass die Sanierung der Wasserversorgungssysteme in Deutschland in den nächsten 20 Jahren bis zu 800 Milliarden Euro verschlingen wird. Eine Herkulesaufgabe, der sich Kommunen, Stadtwerke und Versorger nur schrittweise nähern können. Die Heilbronner Versorgungs GmbH hat sich dafür das Ferdinand-Steinbeis-Institut (FSTI) als lokalen Partner ins Boot geholt. Mit dem Ziel, das Wassernetz der Stadt intelligenter und transparenter zu machen.
In einem kleinen Netzabschnitt mit vier Häusern betreibt das außeruniversitäre Heilbronner Forschungsinstitut ein Reallabor mit einem sogenannten digitalen Zwilling. Ein virtuelles Modell also, das mit echten Betriebs- und Sensordaten arbeitet und so die Simulation der realen Wasserversorgung bei wechselnden Betriebszuständen erlaubt. Dabei wird jedes Objekt im Leitungsnetz, etwa der Hausanschluss, die Hauptleitung oder der Wasserspeicher, berücksichtigt. Ungewöhnliche Verbrauchsmuster, Druckabfälle oder andere Unregelmäßigkeiten, die auf Rohrschäden hindeuten können, lassen sich auf diese Weise in Echtzeit – und hoffentlich frühzeitig – erkennen.