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Etwas Neues entsteht

COSMOS HN: Die gemeinnützige GmbH bildet künftig eine Klammer um die Aktivitäten und Einrichtungen der Dieter Schwarz Stiftung. Über Hintergründe und Ziele sprechen COSMOS HN-Geschäftsführer Christian Rieck und Bärbel Renner, Geschäftsführerin der Stiftung.

15.10.2026
Kilian Kirchgeßner

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Das Logo von COSMOS HN erinnert an ein Planetensystem. Steigt Heilbronn jetzt in die Raumfahrt ein?
Bärbel Renner: (lacht) Nein. Das Markenzeichen beschreibt den Kosmos der Dieter Schwarz Stiftung. Die Stiftung und die von ihr geförderten Einrichtungen befinden sich in einer Art Gravitationsfeld, das sich durch eine besondere Dynamik und eine starke Anziehungskraft auszeichnet. Insofern ist Ihre Assoziation mit dem Weltraum sehr zutreffend.
Christian Rieck: Wir merken immer wieder, dass aus der Zusammenarbeit unserer Einrichtungen eine enorme Energie entsteht. Wir sprechen auch von einem Innovationsökosystem – und dieses Ökosystem ist wesentlich mehr als die Summe seiner Beteiligten. Es entsteht etwas Neues, wenn diese Akteure zusammenkommen. Genau das wollen wir mit COSMOS HN als verbindendem Element zusätzlich fördern.

Das Logo von COSMOS HN stellt die Dieter Schwarz Stiftung mit ihren geförderten Einrichtungen dar.
Das Logo von COSMOS HN stellt die Dieter Schwarz Stiftung mit ihren geförderten Einrichtungen dar.

Was ist das Ziel dabei?
Rieck: Wir möchten, dass hier besondere Innovationen entstehen. Und die Voraussetzungen sind sehr gut: Die Duale Hochschule Baden-Württemberg und die Hochschule Heilbronn sind vor Ort, Spitzenuniversitäten wie die TU München und die ETH Zürich unterhalten einen Campus in Heilbronn, die Max-Planck-Gesellschaft und die Fraunhofer-Institute forschen hier. Zudem haben wir eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen am Standort. Und mit dem IPAI entsteht eine einmalige KI-Innovationsplattform in Europa. Wir haben alles, damit Ideen aus Heilbronn in Deutschland und Europa Wirkung entfalten.
Renner: Ich denke hier immer gern an das Silicon Valley. Damit assoziiert man Vordenker, Innovationen, Hightech. Und genau dieses Image wollen wir auch für Heilbronn erreichen: Die besten Köpfe sollen hierherkommen. COSMOS HN soll sie unterstützen und dafür sorgen, dass alles das, was hier in Heilbronn passiert, noch viel stärker ausstrahlt.

Warum braucht es dafür COSMOS HN?
Renner: Zu unseren eigenen Einrichtungen gruppieren sich inzwischen zahlreiche hochkarätige Kooperationspartner, sodass wir mittlerweile von fast zwei Dutzend Institutionen sprechen. Sie bewegen sich alle in unserem Kosmos, um im Bilde zu bleiben, und arbeiten auf gemeinsame Ziele hin. Und darum brauchen wir eine Klammer, die uns noch sichtbarer macht und die Außendarstellung auch international erleichtert.

Prof. Dr. Bärbel G. Renner ist seit 2025 im Vorstand der Dieter Schwarz Stiftung für den Bereich Bildung und für die Kommunikation der Stiftung verantwortlich. Die Geisteswissenschaftlerin lehrte viele Jahre an der DHBW und war dort zudem Mitglied des Vorstands. Ab 2017 war sie bei der experimenta tätig, von 2022 bis 2025 als Geschäftsführerin.

Christian Rieck ist Geschäftsführer von COSMOS HN. Zuvor hat er die gemeinnützige Weiterbildungseinrichtung aim (Akademie für Innovative Bildung und Management) geleitet, die von der Dieter Schwarz Stiftung gefördert wird.

Schon vor sechs Jahren haben Sie dazu den Verein Wissensstadt Heilbronn e.V. gegründet, der auch Events und Formate entwickelt hat. Warum jetzt noch COSMOS HN?
Rieck: Wir sehen die Wissensstadt als Vorläufer dieser Entwicklung; viele der dort begonnenen Initiativen werden wir übernehmen. Die Dieter Schwarz Stiftung vereint jedoch inzwischen so viele Aktivitäten, dass wir eine schlagkräftigere Einrichtung brauchen – deshalb ist COSMOS HN auch kein eingetragener Verein, sondern eine gemeinnützige GmbH. Und international verständlicher ist der neue Name auch.
Renner: Wir haben viele Zwischenziele erreicht, jetzt zünden wir sozusagen die nächste Raketenstufe. Während sich traditionelle Universitätsstandorte über Jahrhunderte entwickelt haben, gilt für Heilbronn eine andere Dynamik. Die Stadt gewinnt bereits heute internationale Sichtbarkeit für KI-Forschung. Der nächste Meilenstein ist es, die Studierendenzahl langfristig auf 20.000 zu steigern. Mit COSMOS HN schaffen wir dafür den passenden strategischen Rahmen.

Der Claim von COSMOS HN lautet: „Welcome to the place of possibilities“. Wie sollen diese Möglichkeiten entstehen?
Renner: Uns geht es darum, dass hier jeder seine Möglichkeiten ausschöpfen und seine Zukunft selbst entwickeln kann: Die experimenta macht Wissenschaft erlebbar, insbesondere für Familien. Wir unterstützen frühkindliche Bildung, wir fördern Sprachdozenten für Grundschulkinder, wir haben unsere Josef-Schwarz-Schule, und wir bieten berufliche Weiterbildung an, um nur einige Beispiele zu nennen. Und, nicht zu vergessen, unsere Formate für die Stadtgesellschaft: die Bürger-Uni, bei der Wissenschaftler ihre Forschung den Heilbronnern anschaulich näherbringen.
Rieck: „Place of possibilities“ bedeutet für uns, dass wir hier Einrichtungen auf Weltniveau haben, dazu starke Partner – und dass sich alle auf Augenhöhe gemeinsam fordern und fördern. Um Großes entstehen zu lassen, braucht man ein starkes und dynamisches Umfeld.

Wie wollen Sie das mit COSMOS HN erreichen?
Rieck: Bei COSMOS HN haben wir drei Handlungsfelder, um unsere Aufgabe mit Leben zu füllen. Eines davon heißt Kooperation und Vernetzung. Der Gedanke dahinter ist, dass sich Innovationen besonders gut entwickeln, wenn unterschiedliche Menschen und Perspektiven zusammenkommen. Wenn man sich ergänzt, diskutiert und dann auf neue Ideen kommt. Wir wollen dafür sorgen, dass es neue Begegnungsräume gibt, um dieses Potenzial voll zu nutzen.

Welches sind die anderen beiden Handlungsfelder?
Rieck: Nummer zwei ist eine größere Sichtbarkeit für alles das, was hier in Heilbronn passiert; das ist die Strahlkraft, von der wir schon sprachen. Und Nummer drei ist eine Willkommens- und Bleibekultur.

Was verstehen Sie darunter?
Rieck: Viele kommen zum Studium nach Heilbronn oder auch, um hier zu gründen, zu lehren oder zu forschen. Wir möchten, dass diese Leute Wurzeln schlagen und bleiben, wenn die Vorlesungen zu Ende sind, wenn die Abschlussarbeit geschrieben ist. Die Talente sollen bleiben – davon profitieren dann nicht zuletzt die mittelständischen Unternehmen und Weltmarktführer, die hier in der Region ihren Sitz haben.
Renner: Genau das war schon das Anliegen unseres Stifters Dieter Schwarz, als er die Stiftung vor mehr als 25 Jahren gegründet hat: Er möchte den Wohlstand in der Region erhalten. Wenn wir die Lebensqualität und die Wirtschaft sichern, dann fördert das auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Darum geht es uns.

Kluge Köpfe fördern und halten: eines der Ziele von COSMOS HN, um die Unternehmen und Weltmarktführer der Region Heilbronn zu stärken.
Kluge Köpfe fördern und halten: eines der Ziele von COSMOS HN, um die Unternehmen und Weltmarktführer der Region Heilbronn zu stärken.

Werden Sie gern konkreter: Was genau wird COSMOS HN tun?
Rieck: Zwei kleine Beispiele: Unter dem Namen NXT Space bauen wir gerade eine studentische Innovationswerkstatt auf, in der Studenten hochschulübergreifend ihre eigenen Ideen in Projekten umsetzen können. Da Sport über Kulturen hinweg verbindet, mieten wir an ein paar Tagen pro Woche eine Sporthalle an. Hier können sich Leute außerhalb ihrer Institutionen treffen und ein Freundes- und Bekanntennetzwerk aufbauen. Es gibt viele solcher vermeintlichen Kleinigkeiten, und sie alle tragen zur Bleibekultur bei: Wer sich in Heilbronn wohlfühlt, der bleibt auch.
Renner: Das betrifft übrigens nicht nur Studenten und Professoren: Wir möchten in Heilbronn auch eine Aufbruchstimmung schaffen.
Rieck: Und die Energie, die durch die Gründung von COSMOS HN freigesetzt wird, ist schon zu spüren.

Wo genau?
Rieck: Wir haben COSMOS HN zusammen mit allen beteiligten Institutionen konzipiert. In unseren Gesprächen haben wir immer wieder gemerkt, wie groß die Lust ist, unser Ökosystem voranzutreiben und sich einzubringen.

Wer wird von COSMOS HN profitieren?
Renner: Die ganze Region soll profitieren. Alle diejenigen, die in Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen tätig sind, indem sie sich in einem einmaligen Innovationsökosystem bewegen. Und alle Heilbronner zum Beispiel dadurch, dass wir die Region durch unser Engagement in Bildung, Wissenschaft und Unternehmertum auch wirtschaftlich nach vorne bringen. Dass wir zum Beispiel mit der Bürger-Uni, mit Projekten an den Schulen oder mit der experimenta Angebote machen, die sich an alle richten. Das alles wollen wir am 16. Oktober beim Tag der offenen Tür auf dem Bildungscampus Heilbronn unter dem Motto „Erweitere deinen Horizont“ erlebbar machen.

Was ist jetzt, da COSMOS HN startet, Ihr großer Wunsch?
Rieck: Wir wollen die Stadt und die Region voranbringen – und zeigen, was alles Großartiges in Heilbronn passiert. Ob man nun Student ist, Wissenschaftler, Pädagoge oder Gründer: Wir wollen Lust darauf machen, ein Teil dieses einzigartigen Kosmos zu werden.

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