Welche Rolle die Kompetenzen spielen
Die Ergebnisse zeigen, dass beide Kompetenzen bei jungen Firmen positiv mit dem Firmenwachstum korrelieren, da standardisierte Prozesse erst noch entwickelt werden müssen. Bei etablierten Unternehmen spielen die Governance- und die Matching-Kompetenz eine geringere Rolle. Familienunternehmen profitieren deutlich weniger stark von der Führungskompetenz der Chefinnen und Chefs als andere Firmen. Ein möglicher Grund dafür ist, dass dort oft die eigenen Familienmitglieder bevorzugt werden, auch wenn sie vielleicht nicht ideal auf das Stellenprofil passen.
Für ihre Studie betrachtete Miriam Bird gemeinsam mit Dr. Jannis von Nitzsch und Ed Saiedi, Professor an der BI Norwegian Business School, mehr als 2.500 inhabergeführte deutsche Firmen. Das Team analysierte die LinkedIn-Profile der Unternehmerinnen und Unternehmer – dabei ging es um Angaben zur Berufserfahrung und zu Schlüsselbegriffen, die auf die entsprechenden Kompetenzen hindeuten. Basierend auf ihrer Forschung entwickelt Bird am TUM Campus Heilbronn nun einen digitalen Kompetenz-Check. Im Verlauf des Jahres 2026 soll das Online-Tool fertig sein, das helfen kann, die eigenen Fähigkeiten einzuschätzen. Miriam Bird bekleidet eine von mehr als 40 durch die Dieter Schwarz Stiftung geförderten Professuren an der Technischen Universität München.