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Eine Frage der Kompetenzen

Verfügen Unternehmerinnen und Unternehmer über bestimmte Eigenschaften? Eine neue Studie unter der Beteiligung des TUM Campus Heilbronn liefert dazu spannende Ergebnisse.

13.02.2026
Tobias Lenartz

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Weisen Firmeninhaberinnen und -inhaber bestimmte Kompetenzen auf, ist ihnen mit höherer Wahrscheinlichkeit Erfolg beschieden. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie unter der Leitung von Miriam Bird, Professorin am Global Center for Family Enterprise am TUM Campus Heilbronn. Das Forschendenteam nahm dabei zwei Kompetenzen in den Fokus: die Matching-Kompetenz – also die Fähigkeit, Aufgaben klug zu delegieren und Geschäftsideen auf die Bedürfnisse von Kundinnen und Kunden abzustimmen – und die Governance-Kompetenz – also das Geschick, eine wirksame Unternehmensführung zu etablieren, bei der die eigenen Interessen mit denen anderer Stakeholderinnen und Stakeholder und des Managements harmonieren.

Ein Portraitfoto von Prof. Dr. Miriam Bird
Prof. Dr. Miriam Bird forscht zu den Themen Entrepreneurship und Familienunternehmen. Sie ist Direktorin des Global Center for Family Enterprise am TUM Campus Heilbronn.

Welche Rolle die Kompetenzen spielen

Die Ergebnisse zeigen, dass beide Kompetenzen bei jungen Firmen positiv mit dem Firmenwachstum korrelieren, da standardisierte Prozesse erst noch entwickelt werden müssen. Bei etablierten Unternehmen spielen die Governance- und die Matching-Kompetenz eine geringere Rolle. Familienunternehmen profitieren deutlich weniger stark von der Führungskompetenz der Chefinnen und Chefs als andere Firmen. Ein möglicher Grund dafür ist, dass dort oft die eigenen Familienmitglieder bevorzugt werden, auch wenn sie vielleicht nicht ideal auf das Stellenprofil passen.

Für ihre Studie betrachtete Miriam Bird gemeinsam mit Dr. Jannis von Nitzsch und Ed Saiedi, Professor an der BI Norwegian Business School, mehr als 2.500 inhabergeführte deutsche Firmen. Das Team analysierte die LinkedIn-Profile der Unternehmerinnen und Unternehmer – dabei ging es um Angaben zur Berufserfahrung und zu Schlüsselbegriffen, die auf die entsprechenden Kompetenzen hindeuten. Basierend auf ihrer Forschung entwickelt Bird am TUM Campus Heilbronn nun einen digitalen Kompetenz-Check. Im Verlauf des Jahres 2026 soll das Online-Tool fertig sein, das helfen kann, die eigenen Fähigkeiten einzuschätzen. Miriam Bird bekleidet eine von mehr als 40 durch die Dieter Schwarz Stiftung geförderten Professuren an der Technischen Universität München.

Über den TUM Campus Heilbronn

Der TUM Campus Heilbronn ist Teil der Technischen Universität München (TUM), einer der führenden unternehmerischen Universitäten. Er vereint innovative Forschung, Talent­förderung und gesellschaftliche Verantwortung mit unternehmerischem Mut und arbeitet dabei eng mit der wirtschaftsstarken Region Heilbronn-Franken zusammen, die von mittel­ständischen ebenso wie welt­markt­führenden Unternehmen geprägt ist. Mit einem Fokus auf Management sowie Computation, Information and Technology fördert der TUM Campus Heilbronn die Fachkräfte von morgen, ermöglicht den Wissens­transfer und entwickelt Innovationen für die Heraus­forderungen des digitalen Zeitalters – regional verankert, global vernetzt, mit der Zukunft im Blick.

 

Die Dieter Schwarz Stiftung hat den Aufbau des TUM Campus Heilbronn initiiert. Sie stellt nicht nur die Infrastruktur auf dem Bildungs­campus in Heilbronn bereit, sondern fördert auch Professuren, Forschungs­zentren und zahlreiche Initiativen etwa im Bereich der digitalen Transformation.

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