Auf Augenhöhe
Ob Besucherbetreuer oder helfende Hand bei Laborkursen für Schüler: Steffen ist in der experimenta ein gefragter Ansprechpartner – offen, herzlich und mit einem besonderen Gespür für Menschen.
Schwarzes oder rotes Polohemd, dazu eine passende schwarze Jacke mit Reißverschluss, beides mit dem Logo der experimenta – daran erkennen Besucher die Mitarbeiter des Science Centers in Heilbronn. Und können ihnen Fragen stellen: „Wo finde ich die große Wasserwelt? Was muss ich an dieser Station genau machen?“ Dann hilft das Team vom Besucherservice gerne weiter.
Dazu gehört auch Steffen, der seit Januar bei der experimenta arbeitet und das Downsyndrom hat. Die Behinderung erkennen Erwachsene wie Kinder meist sofort, sie rückt aber ebenso schnell in den Hintergrund. Denn bei der Arbeit in der experimenta zeigt Steffen seine Stärke: Er kann unheimlich gut mit Menschen umgehen. „Ich rede gerne mit den Leuten, frage sie, was ihnen besonders gut gefällt oder ob sie Hilfe brauchen“, erklärt der 39-Jährige einen Teil seines Jobs.
Für die Besucherbefragungen geht er mit aufmerksamem Blick durch die fünf Etagen des Science Centers, bleibt dort stehen, wo sich eine kleine Warteschlange bildet oder wo er auf fragende Gesichter stößt. „Kann ich das Bild auch irgendwo ausdrucken?“, möchte ein Junge von ihm wissen, der soeben an einem Computer eigene Fotos bearbeitet hat. Steffen streicht sich kurz nachdenklich über die rotblonden Haare und zeigt dem Fünftklässler dann den Weg zum Drucker.
„Gerade von Kindern wird er oft angesprochen“, erzählen gleich mehrere Kollegen. Mit seinem neugierigen Blick wirke Steffen einfach sehr nahbar und zugänglich. Auch mit den Mitarbeitern ist er gerne im Austausch: „Ist heute viel los?“, fragt er fast jeden Morgen an der Kasse. Und wenn noch genügend Zeit ist, möchte er wissen, wie das Wochenende war oder ob man das Spiel des VfB Stuttgart gesehen hat.
Über Steffen
Steffen arbeitet seit Januar bei der experimenta in Heilbronn und hat das Downsyndrom. Der 39-Jährige führt in der Ausstellung Befragungen durch und unterstützt die Leitung von verschiedenen Laborkursen. Er lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft und wird von seiner Familie unterstützt.