Wie können Sie da mit Ihrer Expertise helfen?
Meißner: Unsere Förderung findet sowohl in Kleingruppen als auch unterrichtsbegleitend statt. Die Kinder mit Förderbedarf kommen zwei Stunden pro Woche in kleinen Gruppen zusammen, um gemeinsam zu lernen. Einige von ihnen begleiten wir außerdem im Regelunterricht, da sind wir also bei ganz normalen Schulstunden dabei. Indem wir einzelne Unterrichtsinhalte noch mal ausführlicher erklären, helfen wir ihnen, nicht den Anschluss zu verlieren. Und die Lehrkraft kann sich in dieser Zeit auf die anderen Kinder konzentrieren.
Sie sprachen von den Herausforderungen für Lehrkräfte. Stoßen auch Sie manchmal an Ihre Grenzen?
Meißner: Ja, schon allein deshalb, weil wir für die einzelnen Kinder nur begrenzt Zeit haben. Ich sehe jedes Kind zweimal pro Woche in der Sprachförderung, manche zusätzlich in der Unterrichtsbegleitung. Eigentlich müsste es noch viel häufiger sein. So entsteht manchmal dieses Gefühl, dass man alles gibt und es am Ende trotzdem nicht reicht.
Daher wünsche ich mir, dass die Anliegen von Kindern und Familien in unserer Gesellschaft mehr gesehen werden. Damit wir allen Kindern ein gutes Rüstzeug mit auf den Weg geben können, müsste viel mehr in Bildungseinrichtungen investiert werden. „Alle Kinder sollten ihre Talente entfalten und ihre Interessen verfolgen können.“