Abo-Commerce ohne Risiko
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Ob ein Start-up erfolgreich wird, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Eine Big-Data-Studie zeigt, wie Erfolg vorhersagbar werden kann – und welche Gründertypen ein besonders gutes Händchen haben.
Am Anfang steht eine Idee – und danach muss ziemlich viel gut laufen, damit ein Start-up den Durchbruch schafft. Der Markt, das Produkt, das Timing und diverse weitere Faktoren bestimmen den Erfolg. Das Erfolgsrezept ist komplex und ein Grund dafür, warum Investorinnen und Investoren ihre Beteiligungen an diesen Unternehmen breit streuen.
„Prinzip Gießkanne“, so nennt Fabian Braesemann vom Oxford Internet Institute das: „Man investiert kreuz und quer und hofft, einen Treffer zu landen.“ Häufig seien die Entscheidungen wenig datengetrieben. Das möchte der promovierte Volkswirt mit seiner Forschung ändern. Big Data und KI sollen helfen, die komplexe Start-up-Welt etwas vorhersehbarer zu machen.
Dr. Fabian Braesemann ist Dozent für künstliche Intelligenz (KI) und Zukunft der Arbeit am Oxford Internet Institute der University of Oxford. Er ist zudem assoziierter Forscher am Einstein Center Digital Future in Berlin, assoziiertes Fakultätsmitglied am Complexity Science Hub in Wien und Geschäftsführer des Start-ups DWG Data Science. Seine Forschung nutzt Data-Science und KI, um komplexe wirtschaftliche und soziale Systeme zu analysieren. Braesemann setzt sich für die Förderung komplexen Systemdenkens in Politik und Gesellschaft ein. Die Dieter Schwarz Stiftung fördert das Oxford Internet Institute und unterstützt damit gezielt Forschungsprogramme zu den Themen „Technologie und Gesellschaft“ sowie „KI, Government und Policy“. Sie fördert zudem das Projekt „The Science of Startups Initiative“, das von Braesemann geleitet wird.
Wie das aussehen kann, zeigt Braesemann in einer Studie, die er 2023 mit internationalen Forscherkolleginnen und -kollegen durchgeführt hat. Das Team analysierte anhand von mehr als 20.000 Start-ups, welchen Einfluss die Persönlichkeiten von Gründerteams auf den Erfolg ihrer Unternehmen hatten.
Eine grundsätzliche Erkenntnis: Gründerinnen und Gründer unterscheiden sich in ihrer Persönlichkeit von Menschen, die angestellt arbeiten. Sie haben eine größere Vorliebe für Neues und Abwechslungsreiches, mögen es, neue Dinge zu beginnen, und stehen gerne im Mittelpunkt. Und sie verfügen in der Regel über viel Energie.
Besonders interessant ist jedoch ein anderes Ergebnis. „Unsere Analyse zeigt, dass es nicht eine typische Gründerpersönlichkeit gibt, sondern sechs unterschiedliche“, so Braesemann. Die Forschenden beschreiben die Typen in ihrem Modell, das sie „FOALED“ nennen – ein Akronym aus „Fighters“, „Operators“, „Accomplishers“, „Leaders“, „Engineers“ and „Developers“:
Campus Founders ist der Start-up- und Co-Innovation-Hub in Heilbronn. Neun verschiedene Programme unterstützen Gründerinnen und Gründer von der ersten Ideenentwicklung und Validierung bis zum Erreichen der Marktreife und der nachhaltigen Skalierung. Die Programme vereinen praktische Erfahrungen, fortschrittliche Methoden, finanzielle Starthilfen sowie einen Mentorenpool und ein internationales Netzwerk. Die Campus Founders werden von der Dieter Schwarz Stiftung gefördert. Die Stiftung unterstützt die Gründerkultur am Standort in Heilbronn umfassend und investiert in die Weiterentwicklung des dortigen Innovationsökosystems.
Auf die Frage, welcher Persönlichkeitstypus den Erfolg am wahrscheinlichsten macht, lautet die Antwort: kein spezieller. Denn, so erklärt Braesemann, wichtiger ist die Anzahl der Gründerinnen und Gründer eines Unternehmens und die Diversität ihrer Persönlichkeitsmerkmale: „Gründerteams schaffen mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Exit als Solo-Gründende. Wichtig ist, dass sich die Leute gut ergänzen.“ Ein vielfältig besetztes Team ist für die vielgestaltigen Aufgaben, die beim Aufbau eines Start-ups anfallen, eben besonders gut gewappnet.
Aktuell testet Fabian Braesemann in Kooperation mit dem Heilbronner Start-up- und Co-Innovation-Hub Campus Founders ein Online-Tool, das er mit seinem Team entwickelt und welches angehenden Gründerinnen und Gründern helfen soll, ihre eigene Persönlichkeit im Kontext einer Start-up-Gründung einzuschätzen. Das „Founder Personality Quiz“ soll ihnen den Weg weisen, auf welche Aufgaben sie sich selbst konzentrieren und für welche sie Mitstreiterinnen oder Mitstreiter engagieren sollten, die einen anderen, komplementären Persönlichkeitstyp mitbringen. Auch Inkubatoren könnten von dem Tool profitieren, sagt der Forscher: „Die Persönlichkeit der Gründenden zu kennen kann helfen, Start-ups optimal zu fördern.“
Langfristig möchte Braesemann die Möglichkeiten von Big Data und KI nutzen, um Simulationsmodelle ganzer Start-up-Ökosysteme zu erstellen. So könnte man eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung ermöglichen – für die Politik, die den Rahmen für Unternehmertum vorgibt, ebenso wie für Investmentfirmen, die ihre finanziellen Mittel auf der Basis von Daten gezielter einsetzen könnten. Noch sind derartige Modelle Zukunftsmusik, doch eine Erkenntnis aus der Forschung ist bereits klar: Die Persönlichkeiten der Gründerinnen und Gründer spielen für den späteren Erfolg ihres Unternehmens eine wesentliche Rolle.
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